Witzige Hochzeits-Momente: „In welchem Film bin ich hier gelandet?“

Julia Leddin
29. December 2020

Julia Leddin
29. December 2020

Wer als Trauredner*in arbeitet, erlebt romantische und wunderschöne Momente en masse – und manchmal eben auch solche, die an Situationskomik kaum zu überbieten sind. Da stellt sich schon manchmal die Frage: „Bin ich hier eigentlich im Film gelandet? Und wenn ja, wo bleibt das Happy End?“

 

Film oder Wahrheit – was meint ihr?

So spielt das Leben: Alles beginnt ganz harmlos, entwickelt sich aber innerhalb weniger Momente zum filmreifen Spektakel. Hochzeiten bieten da viel Potenzial – und ganz besonders die Trauungen, wenn die Nerven blank liegen und die Aufregung ins Unermessliche steigt. Unserer Trauredner*innen haben bereits unglaubliche, witzige, niedliche, brenzlige oder überraschende Szenen erlebt. Manche hätten genausogut in einem Drehbuch stehen können. Wir stellen Euch ein paar unvergessliche Hochzeits-Szenen vor. Alle – bis auf eine – haben sich tatsächlich so zugetragen. Erratet ihr, welche?

Kalte Füße und kleine Rettung

Sich draußen im Grünen das Ja-Wort zu geben, wird immer beliebter – und eine freie Trauung ist dafür der ideale Rahmen. So hatte sich auch diese Paar dafür entschieden, im filmreifen Ambiente der Natur zu heiraten. Mitten im Mai sollten die Temperaturen dafür perfekt sein, und seit Tagen versprach der bange Blick auf die Wettervorhersage eine trockene Trauung. Doch auch hier bestätigte sich: Das Verlässlichste an der Wettervorhersage ist immer noch die Ungewissheit. „Wir sind ja nicht aus Zucker“, sagte sich das Brautpaar, und entschied sich bei nass-kaltem Wetter, auf jeden Fall draußen zu heiraten. Schließlich gibt es kein schlechtes Wetter, nur ungeeignete Kleidung. In diese Kategorie fiel leider das dünne Brautkleid, weswegen die Braut so sehr zitterte, dass sich die Gäste bereits Sorgen machten. Echten Heldenmut bewies in dieser Situation ein ganz kleiner Gast: Obwohl er gerade mal laufen konnte, bot er der Braut seine Jacke an – in die natürlich nicht mal ein Arm von ihr passte. Entzücken und Gelächter waren groß, und schließlich organisierte der Bräutigam, ganz Gentleman, eine Decke für seine werdende Ehefrau.

 Hochzeit auf Umwegen

Alles ist vorbereitet, die Gäste haben Platz genommen, der Bräutigam wartet schon und die Traurednerin steht in den Startlöchern. Der nächste logische Schritt im Drehbuch: Auftritt der Braut! Doch es passiert: Nichts. Nervosität macht sich breit. Gibt es Probleme mit dem Brautkleid? Hat sie kalte Füße bekommen? Ist ihr etwas zugestoßen? Oder ist sie kurz vor knapp durchgebrannt? Erst nach 25 Minuten kommt das große Aufatmen – und die wunderschöne Braut angelaufen. Was passiert ist: Kurz vor der Trauung war die Braut so nervös, dass ihr Bruder sie ein wenig ablenken wollte. Also hat er sie kurzerhand ins Auto gesetzt, um noch fünf Minuten um den Block zu fahren. Dann kam die Baustelle. Dann kam die Umleitung. Dann kam das Orientierungsvermögen des Bruders dazu. Und schließlich irrten sie eine halbe Stunde im Auto umher. Ein unfreiwillig-unvergesslicher Auftritt!

Eine Trauung geht (fast) baden

Was eine freie Trauung so unvergesslich macht, sind die individuellen Rituale. Hier können nicht nur Brautpaar und Trauredner*in, sondern sogar Haustiere eine Hauptrolle spielen. In diesem Fall der geliebte Hund. Alles war perfekt inszeniert: Die Trauung fand im Freien an einem pittoresken See statt, bis ins letzte Detail war alles stimmig dekoriert und das vierbeinige Familienmitglied wartete geduldig auf seinen Einsatz. Auf seinem Rücken war das Ringkissen mit den Eheringen befestigt, die er zum richtigen Moment nach vorn bringen sollte. Das hatte auch bei der Generalprobe wunderbar geklappt. Doch dann: Auftritt Nebendarsteller! Aufgescheucht von einem Vogelschwarm, rannte der Hund samt Kissen und Ringen davon. Sprang ins Wasser. Und sprang mehrere Minuten lang dort herum. Schließlich kam er wieder, schüttelte – neben dem Brautpaar – das Wasser aus dem Fell und sorgte doch noch für ein Happy End: Alles nass, aber Ringe da. Ein turbulenter Start in die Ehe!

Und es hat gefunkt

Auch bei dieser Geschichte war ein tierischer Ringträger involviert – in diesem Fall eine erstaunlich gut dressierte Katze. Sie konnte auf Kommando das Ringkissen an ihrem Halsband zum Brautpaar bringen, dafür hatte der Vater der Braut lange mit ihr geübt. Leider war sie zur „Generalprobe“ im Garten der Brauteltern spurlos verschwunden. Der Schwager in spe hatte schließlich den richtigen Riecher und entdeckte den Vierbeiner in seinem Versteck. Leider war er beim Einfangen „etwas“ ungeschickt und so nahm das Schicksal seinen Lauf. Er verursachte einen Kurzschluss, das Mobiliar im Garten fing Feuer und auch der eigens aufgestellte, hölzerne Traualtar stand lichterloh in Flammen. Das Chaos war riesig – dennoch konnten alle dem Freund der Braut-Schwester verzeihen und die Hochzeit wurde zum filmreifen Höhepunkt.

Der falsche Bräutigam

Bei der Trauung muss jedes Detail stimmen. Die Sitzordnung soll keine Nuance vom Plan abweichen, die Ringe müssen an Ort und Stelle sein, das Outfit muss perfekt sitzen. Und im Idealfall sollten die Brautleute auch diejenigen sein, für die man sie hält. Doch leider ist das nicht immer so. Denn in diesem Fall wartete die Traurednerin auf einem romantischen Steg am Wasser auf das Brautpaar. Und waren sie auch schon: Die Braut mit ihrem ganz eigenen Stil und der Bräutigam mit seinen unverkennbaren Gesichtszügen. „Stephan, du siehst fabelhaft aus”, stellte die Traurednerin fest, und fragte: „Bist du bereit, diese wunderschöne Frau zu heiraten?“ Der Angesprochene war einfach nur entsetzt. „Niemals! Auf gar keinen Fall! Und außerdem bin ich nicht Stephan!“ Die Traurednerin schaute ihn ungläubig an. Doch zum Glück klärte sich das Missverständnis schnell: Das Paar hatte ihr zwar von Christian, dem Bruder des Bräutigams erzählt – jedoch vergessen zu erwähnen, dass sie eineiige Zwillinge sind.

Heiraten mit null Volt

 

Gute Vorbereitung ist ja bekanntlich alles. Deshalb hat die Traurednerin mit allen Beteiligten und Dienstleister*innen ganz genaue Absprachen getroffen: Von der Trauzeugin über das Blumenkind bis zum Bräutigam kannten alle ihre Stichworte, die Stühle und der Traubogen standen auf der riesigen Wiese neben der Hochzeits-Location, die Blumen blühten und die Sonne strahlte. Auch das Mikro und die CD mit der sorgfältig ausgesuchten Musik lagen schon bereit, die Soundanlage – Moment – ging nicht? Ging nicht! Die Stunde null rückte immer näher und es beteiligten sich schon einige Hochzeitsgäste an der Suche nach dem Fehler. Dieser war auch schnell gefunden: Kein Strom. Die Betreiber der Hochzeits-Location hatten zuvor zugesagt, ein langes Kabel zu verlegen. Leider war davon nichts zu sehen. Hektisch kam eine Service-Kraft mit dem vermeintlich rettenden Stromkabel angelaufen – leider nur 2 statt 50 Meter lang. Die Verzweiflung wollte sich gerade so richtig breit machen… doch dann betrat der Retter in der Not die Bühne. Aus seinem Wohnwagen kam der Bruder der Braut. In seinen Händen: Eine gigantische Kabeltrommel. Auf seinen Lippen nur ein trockener Kommentar: „Ein echter Camper ist IMMER auf ALLES vorbereitet“.

Ein feucht-fröhliches Fest

Es gibt doch nichts Schöneres als eine Hochzeitsfeier nebst Trauung im großen Garten der Eltern. Es sei denn, es regnet buchstäblich aus Kübeln. Und so war es an diesem Tag – zwar gab es einen Plan, was bei Regen passieren soll, allerdings war hier keine Sintflut vorgesehen, die fünf Minuten vor der Trauung einsetzt. Was tut die Braut also? Na klar: Mit ihrem Vater im Auto warten. Zehn Minuten. Zwanzig. Vierzig. Eine ganze Stunde hatten er und seine Tochter Zeit, um noch einmal gründlich über die Zukunftspläne zu sprechen – wer kann sich diesen Luxus schon leisten? Schließlich hörte es auf zu regnen und die beiden konnten aussteigen. Und es erwartete sie: eine deutlich angeheiterte Hochzeitsgesellschaft, die kurzerhand den einen oder anderen Sekt geköpft hatte und schon kräftig feierte.

Auflösung: Film oder Realität?

 

Bestimmt habt Ihr schon erraten, welche Szene aus einem Film stammt, oder? Hier die Auflösung.

Kalte Füße und kleine Rettung: Bei dieser herzerwärmenden Szene war unsere Traurednerin Jana live dabei.

Hochzeit auf Umwegen: Das Leben schreibt die besten Drehbücher und auch diese Szene hat sich tatsächlich bei einer Omilia-Trauung abgespielt.

Eine Trauung geht (fast) baden: Dieses Spektakel hat sich tatsächlich so zugetragen – vielleicht nicht gaaaanz so dramatisch. Unsere Traurednerin Jana hat es hautnah miterlebt.

Und es hat gefunkt: Richtig geraten! Dieses handfeste Tohuwabohu stammt aus dem Film „Meine Braut, ihr Vater und ich“ mit Robert de Niro, Ben Stiller und Teri Polo.
Der falsche Bräutigam: Alles, was passieren kann, passiert auch. So wie auch diese Szene, die durchaus in einer Verwechslungskomödie Platz finden könnte.

Heiraten mit null Volt: Dieser elektrisierende Schock-Moment hat sich tatsächlich ereignet. Unsere Traurednerin Kristinahat durch die romantische Zeremonie geführt.

Ein feucht-fröhliches Fest: Und auch die letzte Szene entstammt keinem Drehbuch, sondern dem Erfahrungsschatz unserer Redner*innen.

Was auch passiert – ein Happy End gibt es immer! 

Unsere Traurednerinnen können noch so einige skurrile und witzige Geschichten erzählen – von der Braut, die um ein Haar die Ex des Bräutigams verprügelt hätte über den dreijährigen Ringträger, der die Ringe einfach nicht hergeben wollte bis zum völligen Blackout beim Ehegelübde. Eines haben alles Stories gemeinsam: Am Ende konnten alle über die kleinen Missgeschicke lachen und eine wundervolle Hochzeit feiern. Und sind es nicht die kleinen Pannen, welche die großen Feste so unvergesslich machen? Vielleicht könnt ihr daraus auch etwas für Eure eigene Hochzeit mitnehmen: Es ist überhaupt kein Drama, wenn mal etwas sensationell in die Hose geht. Wichtig ist doch eigentlich nur, dass Ihr Euch liebt und Eure Liebe feiert.

 

Viel Freude beim Planen

 

Euer Omilia-Team

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