Eheversprechen zur freien Trauung: individuell & romantisch

Julia Leddin
16. September 2020

Julia Leddin
16. September 2020

Ihr sagt „Ja“ zueinander und schwört Euch – tja, was eigentlich? Ein großer Vorteil bei einer freien Trauung ist, dass Ihr das einfach selbst bestimmen könnt: mit einem individuellen Eheversprechen in Euren eigenen Worten. Das ist nicht nur romantisch, sondern auch viel ehrlicher als bei einigen konfessionellen Zeremonien. Hier erfahrt Ihr, worauf es dabei ankommt.

Was ist ein Eheversprechen?

Zu den Herzstücken einer freien Trauung gehören die Traufragen mit Ja-Wort, der Ringtausch und das Eheversprechen. Die Traufragen („Willst du… so antworte mit ‚Ja, ich will‘.“) stellt Euch die Traurednerin oder der Trauredner. Eure Aufgabe dabei besteht nur darin, tatsächlich Ja zu sagen. Das Eheversprechen hingegen tragt Ihr Euch gegenseitig vor. Es ist also die Stelle in der Zeremonie, in der Ihr selbst Eure Herzen sprechen lassen könnt.

Das Eheversprechen planen

 Zunächst einmal das Wichtigste: Auch beim Eheversprechen gilt das Prinzip „Alles kann, nichts muss“. Mit Eurer Traurednerin oder dem Redner könnt Ihr deshalb ganz offen besprechen, welche Stelle in der Trauung die richtige ist – oder ob ihr lieber darauf verzichten möchtet. Sinnvoll ist es, das Eheversprechen direkt vor oder nach den Traufragen und dem Ja-Wort zu platzieren. Häufig stecken sich Paare zu diesem Zeitpunkt auch die Ringe an. Ihr könnt auch das Eheversprechen mit einem Ritual kombinieren oder es sogar vorsingen – Eurer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Tauscht Euch unbedingt mit Eurer Rednerin oder Eurem Redner aus, denn ein Profi weiß am besten, was gut funktioniert und was nicht.

 

Inhalt des Eheversprechens

Klassischerweise geloben sich Eheleute sich Liebe und Treue, bis dass der Tod sie scheidet. Die gängigen Formulierungen gehen dabei auf konfessionelle, vorgeschriebene Ehegelübde zurück. Bei einer freien Trauung habt Ihr darüber hinaus viele Möglichkeiten, den Inhalt zu gestalten. Einige Beispiele:

 

  • Versprecht Euch ganz konkrete Dinge: Was bedeutet die Liebe im Alltag für Euch? Vielleicht ja, ein Leben lang dem Gegenüber zuzuhören. Oder die Hausschuhe hinterherzutragen. Oder bescheid zu sagen, wenn ein Fleck auf dem Pulli ist. Oder den Rücken zu kraulen. Wenn Ihr Euch genau das versprecht, was Ihr am meisten am Zusammenleben liebt, dann ist das nicht nur sehr romantisch für Euch, sondern auch sehr bildhaft und nachvollziehbar für Eure Gäste.
  • Erklärt, was Ihr an Euch liebt: Ihr müsst nicht bloß aufzählen, was Ihr gelobt – im Extremfall kann das schon mal klingen wie eine Aufzählung von Pflichten. Ein Eheversprechen kann genauso gut als Liebeserklärung ausfallen. Beschreibt in Euren eigenen Worten, was Ihr einander bedeutet. Und warum das immer so sein wird.
  • Denkt an die Zukunft: Sicherlich habt Ihr Pläne geschmiedet und eine Idee davon, wie Euer Zusammenleben als Ehepaar aussehen soll. Erinnert Euch an diese Pläne und versprecht Euch, daran zu arbeiten. Eure Trauung ist der perfekte Moment, um Euch und der ganzen Welt in Erinnerung zu rufen, wohin Euer gemeinsamer Weg Euch führen wird.
  • Greift auf Zitate zurück: Ein Gedicht, das Euch gefällt oder ein Songtext, mit dem Ihr viel Positives verbindet, sagt möglicherweise am treffendsten, was Ihr Euch versprechen möchtet. Bindet also Zitate in Eure eigenen Worte ein – so schafft Ihr eine Mischung aus Euren eigenen Gedanken und den Zeilen, die Euch am Herzen liegen.
  • Bezieht den Ring mit ein: Es bietet sich an, beim Eheversprechen auch den Ring anzustecken. Dann sprecht doch ruhig darüber, wofür dieser Ring steht und an was er Euch jeden Tag erinnern soll. Das hat einen tollen Nebeneffekt: Jedes Mal, wenn Ihr auf Eure Hände schaut, ruft Ihr Euch den wichtigsten Moment der Trauung ins Gedächtnis – und das, was Ihr Euch versprochen habt.

Wie Ihr das Eheversprechen formuliert

Am entscheidendsten ist es, dass Ihr die Sprache verwendet, in der Ihr miteinander sprecht. Das heißt: Ein Eheversprechen muss nicht hochgestochen oder „offiziell“ klingen. Sondern ehrlich und von Herzen. Vielleicht bedeutet das ja sogar, dass Ihr es in Eurer Muttersprache vortragt. Je nachdem, worum es sich inhaltlich dreht, habt ihr verschiedene Möglichkeiten, es zu formulieren. Ihr könnt etwa jeden Satz mit „Ich verspreche Dir…“ oder „Ich gelobe…“ beginnen. Oder Ihr formuliert das Eheversprechen wie einen Liebesbrief und endet mit „und darum will ich immer mit Dir zusammen sein“. Es ist Euch überlassen, ob Ihr Eure Eheversprechen gemeinsam oder jeder für sich als Überraschung schreibt. Der Wortlaut kann derselbe sein, die Struktur kann ähnlich sein oder die Formulierungen können auch so unterschiedlich sein wie Ihr selbst. Hauptsache, Ihr findet Euch wieder!

Das Eheversprechen vortragen

Es ist für viele gar nicht so einfach, ein Eheversprechen bei der Trauung vorzutragen – deshalb überlegt Euch das „Wie“ ganz genau. In jedem Fall solltet Ihr es auswendig lernen und vor dem Spiegel üben, denn sicher ist sicher. Bei der Trauung könnt Ihr Euch auf einen Zettel, auf Karteikärtchen mit Stichworten oder auch nur auf Euer Gedächtnis stützen – je nachdem, womit Ihr Euch wohl fühlt. Andere Varianten: Eure Traurednerin oder Euer Trauredner liest das Versprechen in einzelnen Sätzen vor und Ihr sprecht es nach. Oder die Trauzeugen tragen die Eheversprechen vor, während Ihr die Ringe tauscht. Holt Euch am besten Rat vom Redner oder der Rednerin. Gemeinsam findet Ihr heraus, wie Ihr das Eheversprechen perfekt in die freie Trauung einbindet.

Nehmt Euch genug Zeit

Ihr seht: Es gibt viel zu bedenken und ein Eheversprechen schreibt sich auch nicht von alleine. Fangt also rechtzeitig damit an, Euch darüber Gedanken zu machen. Das erste Gespräch mit dem Trauredner oder der Traurednerin ist eine gute Gelegenheit dafür. Hier erhaltet Ihr wertvolle Inspiration und ganz praktische Tipps. Und denkt immer daran: Ihr müsst Euch selbst wiederfinden, denn es ist Euer Moment, Eure Ehe, Euer Versprechen – Eure Zukunft.

Viel Freude beim Planen!

Euer Omilia-Team

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